LOGO IGEL-OF e.V.

IGEL-OF e.V.

Elternberatung

Seit Beginn unserer Tätigkeit als Elterninitiative bieten wir Erfahrungs- und Informationsaustausch für andere Eltern. Wir treffen uns einmal im Monat (in der Regel am letzten Donnerstag Abend im Monat) bei einem der Vereinsmitglieder. Die Vereinstreffen sind öffentlich. (siehe TERMINE)

Die letzten Jahre brachten durch die vielfältigen Fragestellungen der betroffenen Eltern, durch die Begleitung der Familien während des Prozesses der Ein- und Umschulung zunehmend praktische Erfahrungen. Es besteht außerdem ein regelmäßiger Kontakt zum hessischen Kultusministerium und dem Projektbüro Inklusion. Rechtsanwälte, auf Schul-, Verwaltungs-, und Sozialrecht spezialisiert, versorgen uns mit den notwendigen Informationen und liefern den juristischen Beistand in anstehenden Klageverfahren.

Der Besuch von hessen- und bundesweiten Tagungen, Konferenzen und Schulungen zum Thema führte zur stetigen Erweiterung des Fachwissens der Mitglieder. Daraus entstand eine standardisierte Vorgehensweise bei der Elternberatung: Die Eltern berichten zunächst ausführlich die Vorgeschichte, aus den vorhandenen Dokumenten und Schreiben zum Vorgang ergibt sich ein erstes Bild. Gemeinsam wird mit den Eltern überlegt, was ihre Zielvorstellungen sind, welche Möglichkeiten es gibt und was in ihren Augen das Beste fürs Kind sein wird. Im Einzelfall werden Kontakte zu weiteren involvierten Personen geknüpft und Runde Tische bzw. Gesprächsrunden zur Lösungsfindung bei den bestehenden Problemen angestoßen.

Ansprechpartner

Adresse Telefon E-Mail
STADT Dr. Dorothea Terpitz Wilhelmsplatz 2
63065 Offenbach am Main
T: 069-83008685 M: info@igel-of.de
KREIS Martina Bode Brunnenstrasse 3
63179 Obertshausen
T: 06104-409510 M: m.bode@igel-of.de
KREIS Andreas Finke Obergasse 8
63322 Rödermark
T: 06074-93572 M: igel-of@arcor.de

Der Elternverein

Alles begann mit einem kleinen Mädchen.

Die Tochter einer aus Äthiopien eingewanderten Familie, die mittlere von drei Schwestern, entwickelte sich nicht so wie andere Kinder. Sie begann erst spät zu laufen, sie sprach wenig und lernte auch andere Dinge langsamer als andere Kinder im gleichen Alter. Aber sie war ein freundliches, offenherzige Mädchen und bemühte sich mitzukommen. Im Kindergarten lief sie daher so mit, keiner nahm ihr Problem wirklich zur Kenntnis. Die Eltern machten sich große Sorgen, doch sie wussten selbst nicht so recht, wohin sie sich wenden sollten.

Dann stand die Einschulung vor der Tür und mit ihr die zahlreichen Tests und Untersuchungen. Jetzt gab es auch einen Termin beim SPZ. Schließlich stand die Diagnose fest: entwicklungsverzögert, mindestens zweieinhalb Jahre. Man riet zur Förderschule. Also machten sich die Eltern auf den Weg. Sie wurden dort freundlich und einfühlsam empfangen, auch hier machte man Tests, prüfte, was sie kann und wo sie steht. Die Förderlehrerin nahm sich viel Zeit, erklärte den Eltern ausführlich und nachvollziehbar den Sachverhalt. Und beruhigte die Eltern, dass ihre Schule ja speziell für solche Kinder da sei, dass ihr Kind dort gut aufgehoben wäre und machte die Anmeldeformulare gleich fertig.

Nach einem Jahr Schule zeigte sich dann doch so langsam, dass die Kleine ihre Freunde vermisste, dass sie traurig war, wenn ihre Geschwister und die Nachbarskinder gemeinsam in der Frühe zur Schule gingen und sie den Bus in die Förderschule nehmen musste. Sie war mit acht Schülern in einer Klasse, aber die sprachen nicht mit ihr, die spielten auch nicht so mit ihr, wie sie es mit ihren Freunden gewohnt war. Sie war oft traurig und weinte. Den Eltern zerriss es das Herz und sie suchten nach einem Platz in einer allgemeinen Grundschule.

Damit begann ein langer Kampf, mit zahllosen Schreiben zwischen Schulamt und Familie, mit Förderkonferenzen im Schulamt, mit Briefen vom Rechtsanwalt. Während ihres Kampfes lernten die Eltern andere Familien kennen, denen es ähnlich ging. Mit Hilfe der damaligen Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben – gemeinsam lernen e.V. wurde dann am 23. Februar 2011 bei einem ersten Treffen von Eltern aus Stadt und Kreis Offenbach (Schulamtsbezirk Offenbach) die Eltern-Initiative IGEL-OF aus der Taufe gehoben. Vorrangiges Ziel waren die konkreten Probleme der Eltern, nämlich die Durchsetzung der inklusiven Beschulung ihrer Kinder auf der Grundlage von Art. 24 der UN-Behindertenrechtskonvention.

Am 19. Januar 2012 beschlossen die aktiven Eltern, daraus einen Verein zu machen und die Idee der Inklusion nicht nur im Einzelfall zu verfechten, sondern als Leitbild in die Gesellschaft hineinzutragen. Mittlerweile hat IGEL-OF e.V. über hundert Mitglieder, ist regional als Anlaufstelle für Inklusion in den verschiedensten Bereichen bekannt.

Die politische Arbeit

1. Stadt Offenbach

Ohne engen Kontakt zu den politisch Verantwortlichen einer Stadt kann sich ein kleiner Verein nicht erfolgreich weiterentwickeln. So haben wir uns bei allen politisch Verantwortlichen in der Stadt Offenbach bereits vorgestellt und Gespräche darüber geführt, wie wir zum Aufbau inklusiver Strukturen in der Stadt beitragen und wie diese wiederum unsere Arbeit unterstützen können. Wir sind erfreut über die Offenheit, mit der der Magistrat unserem Anliegen begegnet und halten es für eine gute Ausgangsposition, viele kleine Entwicklungen gemeinsam auf den Weg zu bringen.
Wir unterhalten persönliche Kontakte quer durch die politischen Parteien, informieren regelmäßig über unsere Aktionen und organisieren die eine oder andere Veranstaltung gemeinsam. Mit der Initiative Lernen vor Ort der VHS haben wir einen Kooperationsvertrag zur Bildungsberatung geschlossen und sind Teil des Netzwerkes, das die VHS aufgebaut hat.
Beim Ausländerbeirat haben wir uns bereits vorgestellt und unterhalten zu einzelnen Mitgliedern kontinuierlich Kontakt. Auch mit den großen Migrantenselbstorganisationen pflegen wir einen regelmäßigen Austausch, oft geht es um Familien, die gemeinsam betreut werden, aber auch um gemeinsam veranstaltete Feste. Gerade Eltern mit Migrationshintergrund, deren Kinder zusätzlichen Förderbedarf haben, werden von dort weitervermittelt.
Mit den lokalen Interessenverbänden (Behindertenhilfe/Lebenshilfe/CBF etc.) zusammenzuarbeiten, versteht sich von selbst. Auch zu den Kirchen pflegen wir sehr gute Kontakte. Erwähnenswert ist hierbei die enge Kooperation mit der Diakoniekirche mit ihrem Familienzentrum ZION, die grundsätzliche Arbeit zur Integration und Inklusion im Stadtviertel vor Ort leistet.

2. Netzwerk für Inklusion

Auf Initiative von IGEL-OF e.V. und der GEW wurde im April 2012 das Netzwerk für Inklusion in der Stadt Offenbach gegründet. Die Betroffenenverbände für Menschen mit Behinderung (Behindertenhilfe, Lebenshilfe, IGEL-OF), der Stadtelternbeirat, die Stadtschülersprecher, die politischen Parteien und die Diakoniekirche arbeiten gemeinsam mit dem Projekt „Netzwerk Bildungsberatung“ der VHS in einem offenen Zusammenschluss an der Bewusstseinsbildung zur Inklusion in der Stadt Offenbach zusammen.
Angefangen mit den brennendsten Themen zur Inklusion im schulischen Bereich hat sich die Thematik des Netzwerks allmählich erweitert. Die ersten großen Veranstaltungen hatten die Ressourcenfrage zur Inklusion in der Schule und die Lehrerfortbildung zum Thema. Es gab kleinere Gesprächsrunden und Aktionen zu Einzelthemen der schulischen Inklusion. Im September 2013 haben aber die Netzwerkmitglieder gemeinsam die Bitte an alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung auf den Weg gebracht, den Antrag auf die Erstellung eines kommunalen Aktionsplans Inklusion zu beschließen. Die Stadtverordnetenversammlung ist unserem Antrag gefolgt, gemeinsam mit dem mittlerweile neu gegründeten Behindertenbeirat setzen wir uns in Zusammenarbeit mit der Stadt dafür ein, dass der Aktionsplan nun entwickelt und mit Leben gefüllt wird.

3. Die Problematik der Teilhabeassistenz im Kreis Offenbach

Damit Inklusion gelingen kann, benötigen einige Kinder zusätzlich für ihren individuellen Bedarf eine Teilhabeassistenz. Der Anspruch darauf ist ebenso wie die Kostenzuständigkeit durch das Bundessozialgesetzbuch eindeutig geregelt. Dafür müssen nach geltender Rechtslage die Kommunen aufkommen, in diesem Fall also der Kreis Offenbach. Die Bewilligung der notwendigen Teilhabeassistenz wird jedoch immer wieder von den Kreisbehörden verzögert, verschleppt oder ganz verweigert. Die Familien müssen trotz klarer gesetzlicher Regelungen und gesicherter Rechtsprechung um die Rechte ihres Kindes kämpfen. Auch die feierliche Unterzeichnung der Modellregion Inklusion hat die Praxis der Sozialbehörden nur unwesentlich geändert. Die Unterstützung des Vereins war hier schon häufig hilfreich.

Pläne und Ausblick

Das Ziel des Vereins ist das Hinwirken auf die Wandlung der Gesellschaft hin zu einer inklusiven. Die volle und selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe jedes Einzelnen, unabhängig von seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Begabungen, sollte selbstverständlich sein.
Neben der Funktion als erste Anlaufstelle zur Umsetzung der Inklusion, bemüht sich der Verein zunehmend auch konkret Strukturen zu schaffen, die Teilhabe ermöglichen. Auch wenn derzeit noch die schulische Inklusion im Vordergrund steht, ist sie längst nicht mehr das einzige Feld. Ebenso wichtig sind die jeweiligen Übergangsgestaltungen, der Bereich der Arbeit und des Wohnens, so wie der Kultur- und Freizeitbereich. Mit der Zahl der Mitglieder wachsen auch die Aufgaben des Vereins. Die Arbeit des Vorstandes zielt dabei immer auf die Schaffung von zukunftsfähigen Strukturen ab.

Fortbildung und Schulung

Fortbildung und Schulung bieten wir auf der Grundlage der Inklusionspädagogik an, wie sie derzeit u.a. an den Hochschulen in Fulda, Gießen und Darmstadt gelehrt wird. In Kooperation mit der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) entwickelt IGEL-OF direkt anwendbare Weiterbildungen für ErzieherInnen in Kindertageseinrichtungen. Hierzu werden die Leitfäden für Weiterbildner von WiFF genutzt. Ziel ist es, dass auch jene PädagogInnen erreicht werden, die kein Studium an einer Hochschule absolvieren.

1. Elterninformationsabende

Zur laufenden Elternberatung gehören in erster Linie die Elterninformationsabende. Sie sind die erste Möglichkeit, Kontakt zwischen betroffenen Eltern und dem Verein herzustellen. Sie finden meist in den Kindergärten statt. Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist ein Feld, das besonders Eltern, die ihr erstes Kind einschulen, vor große Hürden stellt.

Die nächsten Termine finden Interessenten immer HIER

2. PädagogInnen (ErzieherInnen, LehrerInnen, weitere pädagogische Berufe)

Immer wieder werden wir nach Schulungen und Fortbildungen für Personal im pädagogischen Bereich gefragt. Mittlerweile haben wir Konzepte für Fortbildungen zusammengestellt, die einerseits grob die letztjährigen Entwicklungen im Bereich der Inklusion beschreiben und andererseits auf einzelne Themen näher eingehen. Je nach Wunsch des einladenden Trägers können wir in die Gebiete der frühkindlichen inklusiven Pädagogik einführen, die Übergangsgestaltung Kita - Schule näher erläutern oder auch über anderweitige Hilfen wie Eingliederungshilfe, Kontakte zu Spezialisten (Logopäden, Ergotherapeuten, Fachärzte, Psychologen etc.) vermitteln. Wir legen in unserer Schulungs- und Informationsarbeit Wert darauf, dass die zuständigen Erzieher/Innen ihre Rolle und ihre Bedeutung bei der Unterstützung der inklusiven Betreuung/Beschulung bewusst wahrnehmen.

3. Träger, Firmen, Verwaltungsbeamte, Journalisten, Politik

Weitere Schulungen für die Träger der Einrichtungen, für Firmen, die mit Inklusion zu tun haben, sowie für Verwaltungsbeamte oder auch Journalisten, damit diese besser informiert über die Entwicklungsprozesse im Bereich der Inklusion berichten können, sind in Vorbereitung.